Pfingstsonntag
Gestern Abend waren wir beim Geburtstag von Katrins Schwester. Wie immer mit Gewitter. Irgendwie sollten wir uns mal für die Wettervorhersage bewerben. Julian und Lydia kamen entsprechend spät erst ins Bett. Dafür schliefen sie allerdings heute morgen bis nach acht. Normalerweise werden unsere Kinder um die Zeitspanne eher wach, die sie abends später ins Bett gegangen sind.
Das Wetter war zumindest bis zum Nachmittag so schön, das die Kinder im Planschbecken spielen konnten. Aus Sicherheitsgründen, haben wir sie aber dazu hinter Gitter gesteckt

Eigentlich wollten wir am Abend in den Volkspark zur Feuershow vom Ritterfest. Jedoch haben Lydia und Julian heute keinen Mittagsschlaf gemacht. Erwartungsgemäß waren sie nach sechs so nölig, das sie zu nichts mehr zu gebrauchen waren. Außerdem fing es am Abend wieder an leicht zu gewittern und stark zu regnen.
Achja, heute morgen habe ich einen Latschenfresser erschlagen und dabei die lange gesuchten Latschen von Julian wiedergefunden. Einen Latschenfresser?
Latschenfresser (lat. Culinaris schlappus kleptomani)
Anders als sein nächster Verwandter, der gemeine Sockenfresser (Culinaris soccus vulgaris) welcher nur in Waschmaschinen und Trocknern lebt, besiedelt der Latschenfresser die gesamte Weite menschlicher Behausungen. Dabei bevorzugt er dunkle Ecken, wie hinter dem Sofa, unter dem Schrank oder anderen dunklen Winkeln einer Wohnung oder Hauses.
Der Latschenfresser ist auf den ersten Blick ein kleines süßes pelziges Tierchen. Auffällig ist seine große Nase. Er hat einen phänomenalen Geruchssinn. So kann ein Latschenfresser einen einsamen Latsch selbst in tiefster Dunkelheit allein am Geruch finden. Feldbeobachtungen haben ergeben, das es wohl einzelne Unterarten gibt. So fressen gefleckte Latschenfresser nur rechte Latschen.
Sein einziger Nahrungskonkurent ist der gemeine Sofaschoßhund (lat. Kläffer tölikus), mit dem er sich um herrenlose Schlappen streitet. Dabei verschlingt er seine Nahrung jedoch im Ganzen. Das Ernähdungsverhalten eines Latschenfressers ist noch nicht vollständig geklärt, aber es deutet alles darauf hin, das er seine Nahrung in extradimensionalen Subraumspalten speichert. Interessanterweise wird der gefressene Schlappen nicht verdaut. Ein Latschenfresser kann mit etwa einem Latsch pro Jahrzehnt auskommen ohne zu verhungern. Es gibt allerdings auch Exemplare, die von einem regelrechten Fressrausch gepakct werden und Latschen innerhalb kürzester Zeit paarweise verspeisen.
Latschenfresser können sehr alt werden. Es gibt Berichte, über Exemplare, die über mehrere Generationen Schlappen einer Familie gefressen haben. Latschenfresser, die über längere Zeit im gleichen Haus leben können kein neues Revier besetzen. Wenn dann die Menschen ausziehen, verhungern die Latschenfresser.
Wenn ein Latschenfresser stirbt, zersetzt sich auch die Subraumspalte, in der er seine Nahrung gespeichert hat. Beim Tod kommen also alle Latschen wieder zum Vorschein. Es gibt Berichte, das in verlassenen Häusern in dunklen Ecken dutzende von Latschen gefunden wurden. Daraus kann man schließen, das hier Latschenfresser lebten.